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Burg und Herrschaft Riegersburg
Der Burgfelsen von Riegersburg, der seine Umgebung
um rund 200 m überragt, ist der Basaltkegel eines erloschenen Vulkanes.
Dieser auf drei Seiten durch senkrechte Felsabstürze geschützte Platz war
schon in der Jungsteinzeit, dh. Vor rund 6.000 Jahren, besiedelt. Auch die
Alpenslaven, die ab dem 7. Jahrhundert in unsere Heimat einwanderten errichteten
auf dem Burgberg eine Fluchtburg (slaw. Gradec), nach der das zu Füßen der
Burg gelegene "Graztal" und der darin fließende "Grazbach" (dh. Burgbach)
benannt wurden. Zur Zeit der deutschen Besiedlung errichtete im 11. Jahrhundert
ein Grundherr namens Rüdiger auf der Nordspitze des uneinnehmbaren Basaltfelsens
eine Burg, die erstmals 1138 als "Ruotkerspurch" (= Burg des Rüdiger) genannt
wird. Damit kann Riegersburg auf eine urkundlich nachweisbare Geschichte
von 850 Jahren zurückblicken. Als Sitz mächtiger Adelsfamilien (wie z. B.
der Herren Traisen-Ort und der Herren von Wildon) war die Riegersburg im
11./12. Jahrhundert das Zentrum einer riesigen Rodungsherrschaft, die im
Westen bis Gleisdorf und im Osten bis zur heutigen Landesgrenze reichte.
Um die Macht der Riegersburg - Woldonier zu beschneiden, ließ Markgraf Otakar
III. um 1140/50 an der Stelle des heutigen Grenzlandehrenmales eine landesfürstliche
Gegenfestung und zu ihren Füßen den Markt Riegersburg mit der 1170 erstmals
urkundlich genannten St. Martins Kirche erbauen. Um 1320 konnten die Herren
von Walsee auch die "Niedere Feste" an sich bringen, was sie zu alleinigen
Herren auf dem Riegersburger Burgberg machte. Als es 1412 zum Kampf der
Walseer gegen ihren Landesfürsten Herzog Ernst den Eisernen kam, eroberte
der Landesfürst nach kurzer Belagerung die untere Burg. Damit war der Hauptburg
jede Zufuhr abgeschnitten und sie mußte sich gleichfalls ergeben. Wahrscheinlich
haben auf Grund dieser Tatsache die Walseer in den folgenden Jahrzehnten
(um 1420/30) den sog. "Eselsteig" aus der Westwand des Burgfelsens herausmeisseln
lassen, über den die Versorgung der Hochburg jederzeit ungestört möglich
war. Da von diesem Zeitpunkt an auch die "niedere Feste" stets ungestört
im Besitz der jeweiligen Herren der Hauptburg war, konnte in der zeit der
Türkengefahr die Riegersburg zur "stärksten Feste der Christenheit" ausgebaut
werden. Den Anstoß dazu gab die Freiin Elisabeth Katharina Wechsler, verehelichte
Freifrau von Galler. Sie lebt im Volksmund als die "Gallerin auf der Riegersburg"
oder als "schlimme Liesel" bis zur Gegenwart fort und gehört zweifellos
zu den bedeutendsten Frauengestalten der Steiermark. In je 16jähriger Bauzeit
ließ sie bis 1653 unter anderem vor der Hauptburg das gewaltige Wenzelstor
errichten und links davon die bekannte Inschrift anbringen:
Reihe der Inhaber von Burg und Herrschaft Riegersburg Vor 1141-ca. 1150 Hartnid von Traisen-Ort. Durch Ehelichung von dessen Tochter kam die Herrschaft und Burg Riegersburg an Richer von Eferding-Hengist Ca.1150-1249 Riegersburg-Wildonier. Durch Ehelichung von Gertrud von Wildon kam Riegersburg an Albero von Kuenring-Dürnstein 1249-1299 Kuenring-Dürnsteiner. 1299 durch Kauf an Ulrich von Walsee-Graz 1299-1479 Walseer. 1479 durch Kauf an Reinprecht von Reichenburg 1479-1571 Reichenburger. 1571 gelangte durch Heirat Erasmus von Stadl in den Besitz der Herrschaft 1571-1618 Hans Freiherr von Stadl. 1618 durch Kauf an Georg Christoph von Ursenbeck 1618-1637 Ursenbeck. 1637 durch Gerichtsbeschluß und Kauf an Seyfried Freiherr von Wechsler 1637-1638 Seyfried Freiherr von Wechsler. Durch Erbschaft an dessen Onkel Sigmund Freiherr von Wechsler 1638-1648 Sigmund Freiherr von Wechsler. 1648 durch Erbschaft an dessen Nichte Elisabeth Katharina Wechsler 1648-1672 Elisabeth Katharina Wechsler, verehelichte Freifrau von Galler, wiederverehelichte von Capell (1660-1664), wiederverehelichte von Stadl. 1672 durch Erbschaft an deren Tochter Regina Purgstall 1672-1817 Grafen von Purgstall. Nach dem Tod des letzten (Riegersburger) Grafen von Purgstall Erbschaft auf 17 Personen aufgeteilt. 1817-1822 Grafen von Sauer und Lanthieri sowie die Herren Stubenberg (17 Besitzer). 1822 durch Kauf an Fürst Johann von Liechtenstein Seit 1822 Fürsten von Liechtenstein. Derzeitige Inhaber sind Prinz Friedrich und Prinzessin Annemarie von und zu Liechtenstein
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